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Stadien von Prostatakrebs
Das Stadium von Prostatakrebs lässt sich mithilfe der TNM-Klassifikation bestimmen.
Prostatakrebs

Stadien von Prostatakrebs

Zu einer gesicherten Diagnose von Prostatakrebs gehört unmittelbar die Klassifikation des Prostatakarzinoms. Die Klassifikation dient dabei der Bestimmung des Tumors selbst, also welchem Zelltyp das Karzinom zuzuordnen ist, wie groß die Geschwulst ist, wie aggressiv die Tumorzellen sind und ob sich bereits Metastasen ausgebreitet haben. Diese Erkenntnisse bestimmen die Art der Behandlung bei Prostatakrebs und sind Grundlage für einen fundierten Therapieplan.

Die Stadien von Prostatakrebs können mittels TNM-Klassifikation bestimmt werden

Die Klassifikation der Art und Ausweitung des Tumors ist wichtig, um das Krankheitsstadium des Patienten zu bestimmen. Medizinisch wird diese Tumorklassifikation als Staging bezeichnet und wird nach der internationalen TNM-Klassifikation einheitlich gekennzeichnet.

T steht für die Größe des Primärtumors und wird folgendermaßen spezifiziert:

Tx: Primärtumor ohne Möglichkeit auf Beurteilung

T0: Kein Anzeichen für Befund auf Primärtumor

T1: Primärtumor ist nicht erkennbar

T1a: Drüsengewebe der Prostata wurde operativ entfernt, Tumorzellen in bis zu fünf Prozent der Gewebeanteile

T1b: Drüsengewebe der Prostata wurde operativ entfernt, Tumorzellen in mehr als fünf Prozent der Gewebeanteile

T1c: Ergebnisse der digital-rektalen Tastuntersuchung (DRU) und des transrektalen Ultraschalls (TRU) sind unauffällig, Befund anhand Biopsie

T2: Karzinom begrenzt sich auf die Prostata

T2a: Karzinom kleiner als halber Prostatalappen

T2b: Karzinom größer als halber Prostatalappen

T2c: Karzinom auf beide Seitenlappen ausgeweitet

T3: Karzinom über Prostatakapsel ausgeweitet

T3a: Karzinom ein- und/oder beidseitig über Prostatakapsel ausgeweitet

T3b: Karzinom bis in die Samenblasen ausgeweitet

T4: Tumor bis in benachbarte Gewebestrukturen ausgeweitet (äußerer Schließmuskel, Blasenhals, Beckenwand, Beckenbodenmuskulatur, Rektum)

N steht für den Befall von Krebszellen der benachbarten Lymphknoten:

Nx: Keine Möglichkeit der Beurteilung

N0: Kein Anzeichen für Befund auf befallene Lymphknoten in Turmornähe

N1: Befund auf Befall benachbarter Lymphknoten

M steht für Fernmetastasen:

Mx: Keine Möglichkeit der Beurteilung

M0: Kein Anzeichen für Befund auf Fernmetastasen

M1: Befund auf Fernmetastasen

Gleason-Score

Neben diesem international einheitlichen Einteilungsschema der TNM-Klassifikation wird zur Beurteilung eines Prostatakarzinoms und vor allem auch zur Prognose dessen der Gleason-Score angewendet. Der Wert gibt an, inwieweit sich die Krebszellen von gesunden Körperzellen unterscheiden und somit wie aggressiv der Tumor ist. Der amerikanische Pathologe Donald F. Gleason entwickelte dieses System in den 1970er-Jahren, und prägte die Bezeichnungen der Gleason-Grade 1 bis 5, die seither international Anwendung finden.

Um die Tumorzellen nach dem Gleason-Score zu klassifizieren, wird eine Biopsie durchgeführt. Die Tumorzellen werden gemäß Gleason-Grad bestimmt. Grad 1 bestimmt beispielsweise einen Tumor, dessen Zellen stark abgegrenzt und gesunden Zellen noch sehr ähnlich sind. Grad 5 beschreibt einen undifferenzierten Tumorbereich mit stark von der Norm abweichendem Zellmaterial. Die Arten, die am häufigsten und am zweithäufigsten vorkommen, werden punktemäßig addiert und ergeben den Gleason-Score. Dementsprechend ist der Minimalwert des Gleason-Score 2, der höchste und damit kritischste Wert 10.

Sabrina Mandel